Über die Aus­­stellung

Die Ausstellung stellt eine neue Form der Zeitzeug*innenschaft in den Mittelpunkt:
digitale interaktive Interviews.

Die Zeitzeugin Inge Auerbacher und der Zeitzeuge Kurt S. Maier haben in den Interviews ihre Geschichte erzählt: Sie handelt von der Erfahrung antisemitischer Verfolgung sowie des Exils nach 1933, und sie handelt vom Ankommen in einem bis dahin unbekannten Land.

Die Aufzeichnung der Interviews fand in speziell ausgestatteten Studios in den USA statt, dem heutigen Wohnort von Kurt und Inge. Insgesamt fünf Tage dauerte jedes der beiden Interviews, 8 bis 9 Stunden täglich verbrachten die beiden im Studio und beantworteten über 900 Fragen.

In der Ausstellung kannst du den interaktiven Zeitzeugnissen von Kurt und Inge begegnen. Nutze die Gelegenheit mit ihnen in einen Dialog zu treten. Frag nicht dein Geschichtsbuch. Frag Kurt und Inge.

Daneben bietet die Ausstellung viele weitere spannende Zugänge: Animierte Graphic Novels führen in die Lebensgeschichte von Kurt und Inge ein. Auf spielerische Weise kannst du Fragen sammeln. Persönliche Fotografien und Dokumente zeigen, wie Kurt und Inge aufwuchsen und wie sich ihr Leben durch den Nationalsozialismus veränderte. Verbinde diese Erfahrungen mit deinem eigenen Leben. Was kommt dir in den Sinn, wenn du über Identität, Ausgrenzung und Neuanfang nachdenkst? An Medienstationen kannst du dein Wissen über die Zeit vertiefen.

Über Kurt

Über Inge

Kurt S. Maier während des Interviews in Washington, D.C., Juli 2021 (Foto: DNB/Theresia Biehl)

Kurt S. Maier wurde 1930 in Kippenheim geboren und floh mit seiner Familie als 11-Jähriger in die USA. Teil seiner Lebensgeschichte ist nicht nur die Erfahrung des Exils, sondern auch die Deportation der badischen Jüdinnen und Juden in das französische Lager Gurs im Herbst 1940. Im Juli 2021 wurde Kurt an seinem Wohnort Washington, D.C. für unser interaktives Interview befragt.

Inge Auerbacher während des Interviews in New York, Oktober 2022 (Foto: USC Shoah Foundation/Keith Putnam)

Inge Auerbacher wurde 1934 in Kippenheim geboren. Im August 1942 wurde sie zusammen mit ihren Eltern nach Theresienstadt deportiert. Die Familie blieb dort inhaftiert bis zur Befreiung am 8. Mai 1945. Die Familie emigrierte im Mai 1946 in die USA. Im Oktober 2022 wurde Inge an ihrem Wohnort New York für unser interaktives Interview befragt.

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Über die interaktiven Interviews

Um die wichtigen Berichte der Zeitzeug*innen nicht zu verlieren, werden sie bereits seit Jahrzehnten aufgezeichnet. Das ermöglicht auch nachfolgenden Generationen die Beschäftigung mit ihnen. Eine Interaktion mit den Zeitzeug*innen ist so allerdings nicht möglich. Die fortgeschrittene Technik erlaubt es heute, mit digitalen Zeitzeugnissen in einen Dialog zu treten. Das ist kein Ersatz für reale Gespräche mit den Zeitzeug*innen – und will es auch nicht sein. Möglich wird aber eine neue Form der Interaktion. Und so läuft ein Gespräch mit den digitalen Zeitzeugnissen ab.

Link zum Video mit englischen Untertiteln

Die USC Shoah Foundation hat das Programm Dimensions in Testimony entwickelt, auf dem auch die interaktiven Interviews von Inge und Kurt beruhen. Sind diese digitalen Zeitzeugnisse ein zukunftsfähiges Format? Das wollen wir mit der Ausstellung auch herausfinden. Wir müssen es jetzt tun, solange die Zeitzeug*innen noch Auskunft geben können über Shoah und Exil.